From Streets to Seats

Bringen wir Bewegungen in die Politik – und so die Politik in Bewegung! Bei From Streets to Seats bekommst du die Skills und Kontakte, die du brauchst, um deinen politischen Wirkungsradius erfolgreich zu erweitern.

Wessen Straße? Unsere Straße!
Wessen Entscheidung? Unsere Entscheidung!

Viele Menschen haben das Vertrauen in die Demokratie verloren. Autoritäre Strömungen werden fast überall stärker. Allerdings nicht ohne Widerstand: Soziale Bewegungen stemmen sich an den unterschiedlichsten Orten gegen den Abriss gesellschaftlicher Errungenschaften, protestieren gegen politische Fehlentscheidungen und kämpfen vehement für eine bessere Zukunft. Was danach aber oft fehlt, ist die Übertragung dieser Kämpfe in konkrete politische Entscheidungen – viel zu oft erleben wir, dass der Druck von sozialen Bewegungen wenig später im zaghaften Kleinklein der Institutionen untergeht oder im Opportunismus der Parteipolitik verendet. Diese klaffende Lücke zwischen unserem leidenschaftlichen Aktivismus auf der Straße und den bürokratischen Entscheidungen von Gemeinderat bis Bundesregierung führt zu Frust und Entfremdung.

Mit From Streets to Seats wollen wir helfen, diese Lücke zu schließen. Mit unserem Programm aus Workshops und Mentorings tragen wir einerseits dazu bei, Parteien und Parlamente besser zu verstehen und zu erkennen, an welchen Stellen Aktivist:innen und soziale Bewegungen am wirkmächtigsten ansetzen können, um Veränderungen umzusetzen. Zusätzlich unterstützen wir Aktivist:innen, die den Schritt in die Parteipolitik wagen wollen, auf ihrem Weg in Parteien, Parlamente und andere Entscheidungsräume. Das Ziel: Mehr Entscheidungen direkt zu beeinflussen und gleichzeitig zivilgesellschaftlich verankert zu bleiben.

Wie wir dich unterstützen

From Streets to Seats ist ein kostenloses Kursprogramm, in dem du Skills üben kannst, die in Zivilgesellschaft, sozialen Bewegungen und Parteipolitik gleichermaßen nützlich oder notwendig sind. Darüber hinaus bekommst du Einblicke in parteipolitische Prozesse und vielfältige Möglichkeiten zum Austausch mit Aktivist:innen und Menschen, die schon erfolgreich den Weg in die Parteipolitik gegangen sind oder Parteien aufgebaut haben. Die Angebote werden laufend nach den Bedürfnissen der Teilnehmenden erweitert. Du kannst selbst entscheiden, welche und wie viele davon du besuchen möchtest.

Das Programm

Rhetorik & öffentlicher Auftritt

Alles darüber, wie du vor Publikum überzeugend redest, deine Kernbotschaften entwickelst und rüberbringst und unterschiedliche Zielgruppen erreichst.

Politisches Handwerkszeug

Wo werden Entscheidungen getroffen und wo liegen welche Kompetenzen im politischen System? Wie werden Forderungen zu konkreten Maßnahmen und wie kannst du sie strategisch platzieren?

Mein politisches Ich

Hier setzen wir uns damit auseinander, was die eigene politische Geschichte und Persönlichkeit sein kann: Vom Hintergrund über die Expertise bis hin zu strategischen Nischen.

Parteipolitischer Einstieg

Hier bekommst du Überblick über verschiedene politische Ebenen, erfährst, wie Parteien ticken und wo und mit welchen Zielen ein Einstieg sinnvoll sein kann.

Parteigründung

Muss es immer eine bestehende Partei sein? Nein. Hier erfährst du, wie du eine Partei selbst gründen kannst und was du dabei beachten solltest.

Mentoring

Das Mentoring-Programm bietet dir die Möglichkeit, dich individuell mit Personen auszutauschen, die an der Schnittstelle Aktivismus-Parteipolitik arbeiten. Ziel ist es, Erfahrungen auszutauschen, Netzwerke zu teilen, realistische Erwartungen zu formulieren und gezielte Strategien für deinen weiteren Weg zu entwickeln.

Events

22.10.2026

Serbien 2026: Schafft es der Protest ins Parlament?

Impulsvortrag und Diskussion mit Danijela Savkić

18:00-19:30

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4lthangrund, Romanogasse 28, 1200 Wien

Serbien 2026: Schafft es der Protest ins Parlament?

Seit fast zwei Jahren wird auf Serbiens Straßen praktisch durchgehend gegen die Regierung protestiert. Dabei kommen so unterschiedliche Taktiken zum Einsatz wie „von unten“ organisierte Versammlungen, komplexe Straßenblockaden, viele verschiedene Formen praktischer Solidarität im öffentlichen Leben sowie die direkte, von Medien unabhängige, Weitergabe von Informationen unter Bürger:innen. Am 25. Oktober 2026 stehen nun vorgezogene Neuwahlen zum Parlament an. Der serbischen Bevölkerung bietet sich damit das erste Mal seit 12 Jahren eine realistische Gelegenheit, den bisherigen Straßenaktivismus auch in politische Macht umzuwandeln. Wie war es möglich, den Protest von der Straße in einen Wahlkampf zu überführen? Welche Strukturen mussten dafür geschaffen werden? Welche davon konnten bereits aus früheren Bewegungen mitgenommen - und was kann auch andernorts genutzt werden?

Um diese Fragen zu beantworten, sehen wir uns gemeinsam mit Danijela Savkić die wichtigsten Bausteine der aktuellen Studierendenbewegung in Serbien sowie einige ihrer Vorgängerinnen an. Sie alle hatten (zumindest in Ansätzen), was vielen etablierten politischen Parteien fehlt - jede:r kann ohne große Hürden mitarbeiten und das Programm ist so simpel (und unterhaltsam), dass es keine besonderen Erklärungen braucht. Wir diskutieren, was gelungen und was davon geblieben ist, ob heutige Bewegungen in Serbien und darüber hinaus von früheren Erfahrungen profitieren können, und darüber, wie die Wahl am folgenden Wochenende wohl ausgehen wird.

Danijela Savkić ist Stadt- und Strategieplanerin aus Belgrad und hat an mehreren Protestwellen in Serbien teilgenommen. Sie meint, dass neue politische Akteur:innen eigentlich besonders geeignet sein sollten, die Bedürfnisse von unzufriedenen Menschen zu erkennen und zu repräsentieren, daran aber üblicherweise scheitern. Anstatt solche Bedürfnisse in konkrete Ideen von einem anderen, besseren Leben und konsequent in erfolgreiche politische Kampagnen umzusetzen, verliert sich der zunächst frische Wind meist nach kurzer Zeit in überkomplizierter Kommunikation und fehlender Überzeugungskraft und alles bleibt wie bisher. Diese Dynamik will Danijela mit ihrer Arbeit durchbrechen helfen. Sie lebt in Wien.

Impulsreferat und Diskussion: Der etwa 15-minütige Impuls wird auf Deutsch gehalten, Diskussionsbeiträge aus dem Publikum sind auch auf Englisch oder Serbisch (bzw. BKMS) möglich.

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Die Anmeldung ist unverbindlich – du entscheidest selbst, ob und wie du am Programm teilnehmen möchtest.

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Dieses Projekt wird unterstützt vom Better Politics Fund.

Häufig gestellte Fragen

Ich bin mir unsicher, ob mich Parteipolitik interessiert – bin ich trotzdem richtig?

Ja. Das Programm ist offen für alle, die politisch bzw. zivilgesellschaftlich aktiv sind. 

Nicht alle Workshops beschäftigen sich unmittelbar mit Parteipolitik. Viele Angebote vermitteln Grundlagen zu politischer Strategie und Kommunikation, die unabhängig davon, wie du dich engagierst, hilfreich sind.

Gleichzeitig möchten wir Einblicke in die Parteipolitik geben, damit du besser einschätzen kannst, ob dieser Weg für dich (auch) interessant sein könnte. Du kannst dieses Wissen aber auch dafür nutzen, parteipolitische Prozesse noch wirksamer von außen zu beeinflussen.

Stecken Parteien hinter dem Programm?

Nein. From Streets to Seats ist parteiunabhängig und richtet sich an Menschen mit unterschiedlichen politischen Hintergründen.

Das Pilotprogramm wird vom Better Politics Fund gefördert. Der Better Politics Fund unterstützt weltweit überparteiliche Projekte, die Demokratie stärken, politische Teilhabe fördern und innovative Ideen für eine bürger:innennahe Politik entwickeln.

Muss ich schon Erfahrung in Aktivismus oder Parteipolitik mitbringen?

Nein. Uns ist wichtiger, dass du dich für gesellschaftliche Veränderung einsetzen möchtest, als wie viele Jahre Erfahrung du bereits mitbringst.

Das Programm richtet sich an engagierte Menschen aus sozialen Bewegungen, die ihre Anliegen stärker in politische Entscheidungsprozesse einbringen möchten. Darüber sind auch Menschen willkommen, die in Parteien aktiv sind und sich weiterbilden oder ihren Austausch mit sozialen Bewegungen vertiefen wollen. 

In den Workshops, Mentoring- und Austauschformaten vermitteln wir das nötige Handwerkszeug, um klare politische Forderungen und Strategien zu entwickeln, Kontakte zu knüpfen und den eigenen Weg zwischen Aktivismus und Parteipolitik zu finden.

Kann ich einzelne Workshops und Events besuchen oder muss ich am kompletten Programm teilnehmen?

Du kannst auch nur einzelne Workshops und Events besuchen.

Das Kursprogramm ist so gestaltet, dass alle Workshops und Veranstaltungen unabhängig voneinander besucht werden können. Über den Newsletter, auf der Website und auf Social Media bekommst du laufend Infos zu den neuen Angeboten und kannst dich jeweils für einzelne davon anmelden.

Kostet das Programm etwas?

Nein. Die Teilnahme an allen Workshops und Veranstaltungen ist kostenlos.

Möglich wird das durch die Förderung des Better Politics Fund, mit der wir die Kosten für Organisation, Durchführung und Trainer:innen abdecken können. Zudem fließt auch ehrenamtliche Arbeit in das Projekt.

Wie viel Zeit sollte ich für das Programm einplanen?

Das entscheidest du selbst. Du kannst genau die Workshops und Veranstaltungen besuchen, die für dich interessant sind.

Aktuell planen wir etwa zwei Angebote pro Monat. Die Veranstaltungen finden in der Regel unter der Woche ab 16 Uhr statt. Die Workshops dauern zwischen zwei und drei Stunden.

Wie melde ich mich an?

Über unseren Newsletter erhältst du Informationen zu allen kommenden Workshops und Veranstaltungen. Die Anmeldung zu einzelnen Angeboten erfolgt jeweils separat. Den jeweiligen Link dazu findest du im Newsletter, auf Instagram oder LinkedIn sowie auf unserer Webseite unter "Events".

Wo finden die Workshops und Veranstaltungen statt?

Der Großteil des Kursprogramms findet online statt.

So möchten wir die Teilnahme möglichst einfach machen, unabhängig davon, wo du wohnst. Einzelne Veranstaltungen, vor allem Vorträge, finden physisch statt, sind jedoch als Hybridveranstaltungen konzipiert, die auch eine Online-Teilnahme ermöglichen. 

Wir möchten das Programm langfristig auch überregional anbieten und freuen uns über deine Vorschläge zu Veranstaltungsorten, Themen oder Referent:innen, die du spannend findest.

Ist das Programm nur für Menschen aus oder in Österreich?

Nein. Das Programm steht allen offen - unabhängig von Staatsbürgerschaft und Wohnort.

Einige Workshops beschäftigen sich jedoch konkret mit den Strukturen und Prozessen der österreichischen Parteipolitik. Außerdem finden die allermeisten Veranstaltungen auf Deutsch statt.

Gibt es eine Altersgrenze?

Nein. Das Programm richtet sich an Menschen jeden Alters. 

Besonders ansprechen möchten wir junge Menschen und Personen aus politisch unterrepräsentierten Gruppen, die sich gesellschaftlich engagieren oder engagieren möchten.

Wer steckt hinter From Streets to Seats?

From Streets to Seats wird von radius organisiert. 

radius ist ein gemeinnütziger Verein, der sich für demokratische Teilhabe, sozial-ökologische Transformation und gesellschaftlichen Wandel einsetzt. Wir unterstützen zivilgesellschaftliche Organisationen und Initiativen mit Weiterbildung, strategischer Begleitung und Beteiligungsformaten.

Unser Team bringt Erfahrungen aus Klima-, Demokratie- und Friedensaktivismus, Forschung sowie Parteigründungsprozessen mit. Diese unterschiedlichen Perspektiven prägen auch From Streets to Seats.

Wer leitet die Workshops?

Die Workshops werden teils von Mitgliedern von radius, teils von externen Trainer:innen gestaltet

Bei der Auswahl legen wir besonderen Fokus darauf, dass die Trainer:innen eigene Erfahrung in parteipolitischen Prozessen und/oder zivilgesellschaftlichem Engagement mitbringen. So entstehen Formate, die an der Schnittstelle von Aktivismus und Parteipolitik ansetzen und beide Perspektiven zusammenbringen.

Warum führt ihr dieses Programm durch?

Bei radius arbeiten wir eng mit sozialen Bewegungen, aber auch mit Menschen in Parteien und parteinahen Organisationen zusammen. Dabei beobachten wir immer wieder dieselbe Lücke: Viele engagierte Aktivist:innen finden keinen guten Zugang zur Parteipolitik, während Parteien oft den Kontakt zu den Menschen verlieren, die gesellschaftliche Veränderungen vorantreiben.

Mit From Streets to Seats möchten wir Brücken zwischen sozialen Bewegungen und Parteipolitik bauen. Wir schaffen Räume für Austausch, vermitteln Wissen und unterstützen Menschen dabei, politische Entscheidungsräume kennenzulernen und mitzugestalten.